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Exkursion der 10. Klassen nach Bergen-Belsen (16./17.04.2018)

Am 16./17. April 2018 fuhren wir, der 10. Jahrgang des THGs, zu der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Zuvor haben wir uns verstärkt mit dem Thema Nationalsozialismus im Unterricht auseinandergesetzt.

 

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Aufgrund unseres Vorwissens über die Geschehnisse während des 2. Weltkrieges war uns sehr mulmig zumute, als wir am Vormittag an der Gedenkstätte ankamen. Zuerst brachte uns ein ehrenamtlicher Guide die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers ein Stück näher:

Ursprünglich war hier nicht vorgesehen, ein Konzentrationslager entstehen zu lassen. Am Anfang wurden Baracken errichtet, die als Truppenlager für 3000 Arbeiter dienten, welche einen Truppenübungsplatz in der Nähe bauten. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde das Lager zum Kriegsgefangenenlager umfunktioniert, nachdem es mehrere Jahre nicht genutzt wurde. Da mit der Zeit immer mehr Gefangene aus verschiedenen Ländern eingeliefert wurden, die Baracken jedoch nicht genug Platz boten, musste das Lager im Jahre 1941 erweitert werden. Nach der Übernahme durch die SS im April 1943 fungierte es zum Teil als Austauschlager, in dem hauptsächlich jüdische Familien gefangen gehalten wurden, um sie später gegen inhaftierte Deutsche im Ausland oder Güter einzutauschen. Dies passierte allerdings nie. Zeitgleich war es nun jedoch auch ein Konzentrationslager, in dem die Menschen unter sehr schlechten Bedingungen, wie Hunger und lebensgefährlichen Krankheiten, zu harter Arbeit gezwungen wurden. Die Folge war ein Massensterben, bei dem fast die Hälfte der insgesamt 120.000 Inhaftierten starb.

Die britischen Truppen befreiten das Konzentrationslager am 15. April 1945. Aufgrund des 73. Gedenktages eröffnete die Gedenkstätte Bergen-Belsen die neue Ausstellung „Kinder im KZ“. Anlässlich dessen waren bei unserem Besuch auch mehrere Überlebende da, die sich ihre eigene Geschichte in der Ausstellung ansehen konnten. Damit hatten wir nicht gerechnet und auch wenn sich nicht die Gelegenheit ergab, mit den Zeitzeugen zu sprechen, machte ihre Anwesenheit die schlimme Vergangenheit des Ortes für uns noch greifbarer.

Während der anschließenden Führung über das Gelände, was heute ein jüdischer Friedhof ist, wurden uns einige Geschichten über das tägliche Leben im Konzentrationslager erzählt, welches sehr streng und grausam war. Auf dem Weg zu den Denkmälern, wie dem Obelisken, sind wir bereits an mehreren Massengräbern und vielen Gedenksteinen, die von Angehörigen aufgestellt wurden, vorbeigekommen. Zum Schluss besuchten wir noch das Dokumentenhaus, wo wir uns neben Unterlagen über die Geschichte Bergen-Belsens auch originale Filmaufnahmen der Befreiung ansehen konnten. Diese waren für uns besonders beklemmend.

Insgesamt war die Exkursion für uns sehr informativ und wir konnten auf alle Fragen eine Antwort finden. Unserer Meinung nach sollte man selbst einmal dort gewesen sein, um die schockierende Vergangenheit dieses Ortes nachvollziehen zu können.

Text: Liv T. & Josephine St., Klasse 10c

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Fotos: Now, Doreen Krohne