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„Auf den Spuren des Theodor-Heuss-Gymnasiums“ in Kenia (August 2018)

Almut und Christoph Stein, Initiatoren des Wolfsburger Vereins „Wasser für Kenia", befanden sich in den vergangenen Wochen zusammen mit einer niedersächsischen Lehrergruppe „auf den Spuren des THG“ in Kenia: Auf einer geographischen Studienreise besuchten niedersächsische Erdkundelehrer u.a. verschiedene Entwicklungsprojekte in Kenia.

Die vom Wolfsburger Verein „Wasser für Kenia e.V.“ angebotene Studienreise führte eine Woche lang durch den Distrikt Makueni in Kenia. Dies ist eine der Regionen Ostafrikas, in der der Klimawandel dramatisch zugeschlagen hat. Im vergangenen Jahr haben sich laut kenianischer Verwaltung die durchschnittlichen „Wasser-Hol-Entfernungen“ von 8 km auf 16 km verdoppelt: Was heißt dies? Die bisher durchschnittliche Entfernung zu einer Wasserstelle betrug während der mehrere Monate dauernden Trockenzeit bisher 8 km hin und 8 km zurück. Daraus sind im Durchschnitt (!) jetzt 16 km hin und 16 km zurück geworden. Als Beispiel: Das ist so, als würde jemand, der in Detmerode wohnt, sein Wasser aus Lehre holen, zu Fuß! Zwar werden die Wasserkanister heute hier in der Regel nicht mehr auf dem Kopf, sondern von Eseln getragen. Trotzdem benötigen die für das Wasserholen zuständigen Frauen mehr oder weniger den ganzen Tag, denn sie müssen sich an der Wasserstelle etwa eine Stunde lang anstellen und benötigen zum mühsamen Einschöpfen mit kleinen Schöpfgeräten eine knappe Stunde für 6 Kanister. Da die Frauen dies neben ihren anderen Aufgaben (Holz sammeln, Tiere hüten und melken, waschen, Feld bestellen, Kochen) in der Trockenzeit nicht schaffen, wird die Generation der 12 - 16jährigen Mädchen aus der Schule genommen, um das lebensnotwendige Wasser zu holen.

Und hier wurden die Schülerinnen und Schüler des THG im Jahr 2016 aktiv. Durch einen Sponsorenlauf „erliefen“ sie stolze 19.000,- €. Damit wurden zwei „Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte“ in Kenia finanziert. Es handelte sich um einen sogenannten “Dachregenfang“, der dafür sorgt, dass 150 Mädchen zur Schule gehen können, anstatt Wasser holen zu müssen. Die großen Dächer der Schule werden benutzt, um in der Regenzeit Regenwasser aufzufangen und in einem großen Wassertank für die Trockenzeit zu speichern. Das THG bezahlte aus Spenden das Baumaterial und die technische Bauanleitung. Gebaut wurde der „Dachregenfang“ von den Müttern der Schulmädchen. Außerdem finanzierten die THG-Schüler zusammen mit ihren Eltern und Sponsoren den Bau eines kleinen Dammes, der etwa 1000 Menschen mit Wasser versorgt.

Das Besondere an dem THG-Projekt war es, dass es nicht federführend von der Lehrerschaft organisiert wurde, sondern von Oberstufenschülern eines Seminarkurses unter Leitung des Erdkundelehrers Jan Jasper Wildhage. Diese Schüler führten den Sponsorenlauf sogar nach ihrem Abitur durch, ein Zeichen für ihre hohe Motivation.

Jetzt besuchte die niedersächsische Lehrergruppe u.a. die beiden Projekte des Theodor-Heuss-Gymnasiums und war sehr stolz auf die Umsetzung des Vorhabens vor Ort.

 

THG WOB 1

 

 

THG WOB 3

 

Text: Almut und Christoph Stein, Eh

Fotos: Almut und Christoph Stein