Bilingualer Unterricht am Theodor-Heuss-Gymnasium

Warum Bili?

Bilingualer Sachfachunterricht oder CLIL (Content and Language Integrated Learning) ermöglicht die Ausweitung des fremdsprachlichen Lernens auf unterschiedliche Fächer. Während im Englischunterricht also das Lernen der Fremdsprache im Mittelpunkt steht, wird im bilingualen Unterricht das Lernen in der Fremdsprache gefördert. So wird die Sprache nicht mehr Gegenstand des Unterrichtes, sondern Mittel zur Bewältigung fachspezifischer Lern- und Arbeitsprozesse. Durch diesen direkten Anwendungsbezug bei der Kommunikation über authentische Ereignisse, Erscheinungen und Phänomene (z.B. in Geschichte, Erdkunde, Politik und Kunst) wird der Umgang mit Englisch als Arbeitssprache spielender, flüssiger und sicherer – eine Entwicklung, die sich letztlich im Hinblick auf Studium und Beruf als lohnenswert herausstellen kann.

Bili am THG

Der bilinguale Unterricht beginnt bei uns in Jahrgang 5 mit einem behutsamen Heranführen an die Arbeitsweisen des englischsprachigen Sachfachunterrichts. Hier werden sowohl methodische als auch sprachliche Grundlagen gelegt, so dass gewährleistet werden kann, dass auch Kinder ohne bilinguale Vorerfahrungen am THG erfolgreich am Bili-Unterricht teilnehmen können. Nicht zuletzt aus diesem Grund wird in Jahrgang 5 noch nicht durchgängig auf Englisch unterrichtet.

Im Verlauf der Schullaufbahn wird die Anzahl der bilingual unterrichteten Fächer schrittweise erhöht mit einer maximalzahl an Bili-Fächern in Jahrgang 8. Anschließend wird wieder reduziert, um den SuS den Übergang in die Oberstufe zu erleichtern, in der (abgesehen von einem – je nach Anmeldungen zustande kommenden – Bili-Geschichtskurs) ausschließlich auf Deutsch unterrichtet wird.

Anders als an anderen Schulen, an denen die Englisch-Forderung bereits in gesonderten Zusatz-Kursen in Jahrgang 5 beginnt und oft nach Jahrgang 7 endet, setzt unser Konzept auf nachhaltige Sprachforderung durch bilingualen Unterricht bis in Jahrgang 11 – ein Ansatz, der sich über viele Jahre hinweg sehr bewährt hat.

Die Unterrichtssprache im bilingualen Sachfachunterricht ist Englisch, wobei die Kinder immer auch die Möglichkeit haben, auf Deutsch mitzuarbeiten. Dies trifft auch auf schriftliche Ausführungen von Inhalten in Klassenarbeiten und Tests zu. Nicht zuletzt weil die Sprache keine Hürde darstellen soll, ist diese kein Kriterium der Leistungsbewertung, sondern es werden lediglich die fachlichen Inhalte bewertet.

An dieser Stelle sollte natürlich erwähnt werden, dass eine Entscheidung für das bilinguale Angebot auch ein gewisses Maß an Mehrarbeit mit sich bringt (z.B. das Erlernen des fachspezifischen Wortschatzes).

Sollte die Schülerin/der Schüler im Verlaufe eines Schuljahres merken, dass die Anforderungen des bilingualen Unterrichts zu hoch sind, besteht das Angebot (im Rahmen unserer schulorganisatorischen Möglichkeiten und nach Absprache mit den Verantwortlichen) einen Wechsel in eine nicht-bilinguale Parallelklasse zu vollziehen. Da die Inhalte im bilingualen Unterricht sich genauso an den curricularen Vorgaben des jeweiligen Sachfachs orientieren wie jene in deutschsprachigen Lerngruppen, ist ein Wechsel auch aus fachlicher Sicht prinzipiell möglich. Auch ein Wechsel in das Bili-Angebot hinein soll ermöglicht werden, sollte ein(e) Schüler(in) erst im Laufe der Schullaufbahn diesbezüglich ein Interesse bzw. eine Begabung entwickeln und die Größen der jeweiligen Lerngruppen diesen Wechsel ermöglichen.

Unser Bili-Angebot wird jährlich überprüft und an Änderungen in der Personalsituation und somit auch auf die bilinguale Unterrichtsversorgung angepasst.

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