Schulsanitätsdienst – AG Erste Hilfe

Der Schulsanitätsdienst- ein Qualitätsmerkmal für Schulen

In fast allen Bundesländern und von vielen Hilfsorganisationen schon vor Jahren ins Leben gerufen, gibt es bereits an zahlreichen Schulformen sog. Schulsanitätsdienste, die z.T. seit mehr als 20 Jahren existieren.

Meist sind sie einer der Hilfsorganisationen angeschlossen und erhalten von dieser Unterstützung, was aber nicht bedeutet, dass nur Mitglieder an den AGs teilnehmen können.

Alle Schülerinnen und Schüler, die ihre Zeit in den Dienst für andere Menschen zur Verfügung stellen möchten, sind herzlich willkommen.

Auf der Basis der WHO, die in der jetzt auslaufenden Dekade das gesunde Lernen an Schulen auch in den Fokus gestellt hat, gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen der niedersächsischen Landesschulbehörde, diese Schulsanitätsdienste als ein Teil schulischer Präventionsarbeit zu betrachten.

Für die Implementierung von Schulsanitätsdiensten, findet man im Niedersächsischen Orientierungsrahmen für Schulqualität diverse Anknüpfungspunkte. So stehen die Persönlichkeitsbildung, der Erwerb von fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen im Fokus. Durch Kooperationen mit den Hilfsorganisationen wird das Bildungsangebot gerade in diesem Bereich erweitert und es kommen neue Impulse in die Schule, wie z.B. die geforderte Schulung in Wiederbelebungsmaßnahmen für alle Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen.

Welches sind nun die Aufgaben der Schulsanitätsdienste?

Ausgebildete ErsthelferInnen werden über ein in Schulen vereinbartes Alarmsystem gerufen und leisten kompetent Erste Hilfe bei MitschülerInnen und auch Lehrkräften und Angestellten der Schule.

Sie entscheiden über die Alarmierung des Rettungsdienstes, informieren Eltern und Angehörige, führen Protokolle und übergeben den/die Verletzte ggf. an den Rettungsdienst.

Um dies leisten zu können, werden sie in einer Schul-AG regelmäßig ausgebildet, und bei Übungen - auch in Zusammenarbeit mit anderen Schulsanitätsdiensten oder auf Wettbewerben, werden diese Fachkompetenzen regelmäßig überprüft. Wenn die Schülerinnen und Schüler großes Interesse an Weiterbildung und zusätzlicher Qualifikation zeigen, können sie diese, wenn sie Mitglied werden, durch die Hilfsorganisationen bekommen.

Nicht selten ergeben sich im Laufe eines Schullebens daraus Perspektiven- früher für das freiwillige soziale Jahr im Rettungsdienst – oder heute als „Bufti“ oder Studienwünsche für ein Studium in diesem Bereich.

Aber im Orientierungsrahmen Schulqualität des niedersächsischen Kultusministeriums bekommen die Sanitätsdienste nun auch die Bedeutung zuerkannt, die sie bislang nur von den leitenden Lehrkräften oder der Schulleitung bekommen haben.

Denn im Rahmen der Gewaltprävention an Schulen kommt dem Schulsanitätsdienst eine besondere Bedeutung zu.

Neben wichtigen Einrichtungen wie, Streitschlichtern, Mobbingpräventions und –interventionsarbeit, sind gerade die Schulsanitätsdienste in ihrer Struktur in der Lage auch hier wertvolle Arbeit zu leisten.

„Hände, die helfen, schlagen nicht“ ist ein Motto, unter dem auch unser Sanitätsdienst steht. Schon hier wird deutlich, dass das soziale Engagement im Mittelpunkt steht. So wird in den AG- Stunden nicht nur das Fachwissen vermittelt, sondern ein wesentlicher Aspekt liegt im wertschätzenden und achtsamen Umgang miteinander.

In den Handreichungen des Niedersächsischen Kulturministeriums heißt es dazu: „Bei Schulsanitätsdiensten handelt es sich um pädagogische Projekte, bei denen Schülerinnen und Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen- Zivilcourage wird hier für alle erlebbar.“

SchulsanitäterInnen arbeiten im Team, lösen ihre Konflikte durch erlernte Strategien meist selbst und können somit auch anderen helfen. Sie erwerben durch ihre Ausbildung und ganz besonders durch das gemeinsame Helfen eine Sozialkompetenz und Teamfähigkeit, die nicht nur der Schule zu Gute kommt, sondern auch diesen SchülerInnen bei Bewerbungen hilft, denn Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Konfliktfähigkeit werden mittlerweile als Schlüsselkompetenzen im Berufsleben erkannt.

Daher erhalten SchulsanitäterInnen auch an unserer Schule beim Schulabschluss von ihrer Schulleitung/ von der AG-leitung ein entsprechendes Schreiben, in dem alle erworbenen Kompetenzen und die geleistete Arbeit gewürdigt werden.

Rückmeldungen zeigen, dass diese Kompetenzen regelmäßig im Wettbewerb um Ausbildungsstellen ausschlaggebend waren.

In unserer AG lassen sich momentan 20 SuS ausbilden und dabei helfen bereits die Großen, die schon lange dabei sind.

In den Pausen, aber auch während des Unterrichts werden sie über das Notfall-Funkgerät informiert und leisten kompetent Erste Hilfe.

Sie richten den Schulsanitätsdienstraum ein und achten auf rechtzeitige Bestellung von Verbrauchsmaterial. Nach der Erste-Hilfe- Leistung und während der AG werden die „Fälle“ besprochen und reflektiert. Dabei achten sich alle gegenseitig und vertrauen einander. Je nach Alter und Dauer der Zugehörigkeit und Ausbildungsstand übernehmen die SchülerInnen zunehmend Verantwortung, erlangen immer mehr medizinisches Wissen und entwickeln ein Gemeinschaftsgefühl, das sich wiederum positiv auf unsere Arbeit auswirkt.

Bei Schulveranstaltungen, wie z.B. Konzerten, Theateraufführungen, Sportevents und dem Tag der offenen Tür zeigen die SchulsanitäterInnen Präsenz und sorgen damit für Sicherheit aller an Schule Beteiligten.

Die Begeisterung der SchülerInnen zeigt, dass sie bei dieser Arbeit in ganz anderer Weise gefordert und gefördert werden.

Natürlich achten wir darauf, dass die schulischen Leistungen nicht darunter leiden. So sind wir im ständigen Kontakt der FachlehrerInnen, damit wir ggf. gegensteuern können.

Der Schulsanitätsdienst wird bereits seit 2009 von Herrn Müller geführt, der durch seine Erfahrungen in der rettungsdienstlichen Arbeit und durch seine langjährige Tätigkeit als Ausbilder für Erste Hilfe sowie Sanitäter auf Veranstaltungen praktische Erfahrungen in die Ausbildung mit einfließen lassen kann.

Wir treffen uns immer Freitags in der 7. und 8. Stunde in Raum CH5112 und freuen uns über „Nachwuchs“, der möglichst für ein komplettes Schuljahr an der AG teilnimmt.

Peter Müller